Die Veranstalter rechnen mit mehr als 8.500 Teilnehmern. Erstmals steht der Kongress unter einem Leitthema, den Lebensphasen. Zu den vier Hauptthemen gehören Stoffwechselmedizin, personalisierte Therapie in der Onkologie, Immunität und Entzündung sowie klinische Epidemiologie. Heute veranstaltet die DGIM gemeinsam mit der Stadt Wiesbaden einen Patiententag im Rathaus.
Mit der Wahl seines Leitthemas kommt Kongresspräsident Professor Dr. med. Hendrik Lehnert, Lübeck, einem dringlichen internistischen Anliegen nach: „Eine wichtige Aufgabe von Medizin und Gesundheitswesen ist es, Patienten jeden Alters gleichermaßen im Blick zu haben – auch Menschen in Transitionsphasen ihres Lebens“, sagt der Direktor der Medizinischen Klinik I, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck. Dies gelte etwa für Jugendliche auf dem Schritt zum Erwachsenen oder „Best-Agers“ an der Grenze zum hohen Alter. Denn hier bestünden derzeit erhebliche Mängel in der medizinischen Versorgung: es fehlt an spezialisierten Ärzten, Medikamenten und gezielten Betreuungsprogrammen. Ziel müsse es sein, für Patienten an der Schwelle in ein anderes Lebensalter sinnvolle medizinische Strukturen für einen geordneten Übergang zu schaffen.
Neben der individualisierten Krebstherapie, entzündlichen Immunerkrankungen und Epidemiologie thematisiert Internist Lehnert auf dem 117. Internistenkongress vor allem die Stoffwechselmedizin. Denn Erkrankungen wie Diabetes oder Adipositas betreffen Millionen von Menschen. „Eines der spannendsten und aktuellsten Themen in der Stoffwechselmedizin ist die Frage, in welchem Umfang und über welche Mechanismen das Gehirn das menschliche Essverhalten steuert“, sagt Professor Lehnert. Den Zusammenhängen von Gehirn, Hormonen und Verhalten widmet er deshalb ein Symposium am Sonntag, das er gemeinsam mit der Ärztin und Schauspielerin Dr. med. Maria Furtwängler moderiert. Der Stoffwechsel ist am Montag auch Gegenstand einer Kochshow mit Spitzenköchin Cornelia Poletto und dem Ernährungsexperten Professor Dr. med. Andreas Fritsche Tübingen.
Mit derzeit mehr als 21.000 Mitgliedern aus allen Bereichen der Inneren Medizin ist die DGIM die größte medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaft in Deutschland. Mehr als die Hälfte der Mitglieder sind junge Ärzte. Mit Wettbewerbs-Foren, Preisen und Symposien bietet der 117. Internistenkongress ihnen direkten Informationsaustausch untereinander und mit erfahrenen Kollegen. Am Sonntag diskutiert Bundesgesundheitsminister Dr. med. Philipp Rösler auf dem Kongress in einem Nachwuchsforum mit den Medizinern.
Auch in diesem Jahr bezieht die DGIM Patienten direkt in den Kongress ein: Auf dem Patiententag am Samstag im Rathaus Wiesbaden informieren Ärzte kostenlos Betroffene und Angehörige über Krebs, Herz- und Gefäßerkrankungen, Stoffwechsel und Hormone, Rheuma, Rückenleiden und mehr. In einer Industrieausstellung in den Rhein-Main-Hallen präsentieren zahlreiche Firmen ihre Produkte. Das vollständige Kongressprogramm finden Interessierte im Internet unter
www.dgim2011.de